Deutsch für Mensch & Vampir
Seid gegrüßt, ihr warmblütigen Deutschlerner, ihr!
Ich habe mich erweichen lassen und möchte der Gesellschaft, die mich so leidenschaftlich ernährt (ich weiß, dass ich Leiden schaff) etwas zurückgeben – und seien es nur meine bescheidenen Deutschkenntnisse, die ich über die Jahrhunderte hinweg gepflegt habe. Durch meine Reisen weiß ich sehr wohl, wie schwierig es sein kann, eine neue Sprache zu perfektionieren. Mal schauen, was ich da tun kann. Und da wären wir schon bei einem Begriff zwischen Sprache und Philosophie: Schau ma mal...
Zu Hochdeutsch heißt der Spruch: „Schauen wir mal.“ Ja, das „ma“ anstelle von wir finden wir im Wienerischen des Öfteren, besonders in Konstruktionen des Vorschlags. „Gemma“, bedeutet „Gehen wir!“. „Da tu ma uns nix an“, im Hochdeutschen: „Da tun wir uns nichts an“ – anders gesagt: „Da werden wir uns weder bemühen noch zu sehr sorgen“ ist ein weiteres Beispiel. Warum „Schau ma mal“ aber so wichtig ist, ist der philosophische Aspekt der kleinen Redewendung. So gehen nämlich die Dinge in Wien. Ein bisschen abwarten, ein bisschen versuchen, nur nicht eilig vorpreschen! Man will ja nicht der erste sein, sondern unauffällig. Und man will ja auch nicht hudeln (sich beeilen), denn das ist dem Wiener zuwider.
Und so sehe ich als alteingesessenste Wienerin der Welt auch dieses Projekt hier. Wo es uns wohl hinführen wird? Schau ma mal...
Eure Margareta mit dem Blutdurst und den spitzen Zähnen